Material Einleitung

Unsere bevorzugten Materialien für Schalter, Leuchten und Beschläge

Wir arbeiten mit traditionellen Materialien. Nicht nur weil sie schöner sind.

Keramische Werkstoffe wie Porzellan und Steatit, frühe Kunststoffe wie Bakelit, Metalle wie Eisen, Kupfer, Bronze und Messing sowie Holz und Textilien sind traditionsreiche Materialien. Sie alle haben überzeugende anwendungsspezifische Vorteile – beispielsweise in der Elektrik, also im Bereich von Schaltern und Steckdosen, aber auch bei Beschlägen und Leuchten. Wenn diese technische Zweckmäßigkeit sich mit spürbarer Wertigkeit, Langlebigkeit und einer besonderen Ästhetik verbindet, sind wir kompromisslos und sagen: Diese Werkstoffe sollen es sein und keine anderen.

Material Teil 2 Porzellan

Porzellan und keramische Materialien

Porzellan entsteht durch Sintern von Kaolin, Quarz und Feldspat bei Temperaturen um die 1400 °C. Es ist alterungs- und korrosionsbeständig, formstabil, hitzeresistent, kratz- und schnittfest; und es isoliert selbst hohe Spannungen sicher. Es sind diese technischen Eigenschaften, die Porzellan bis heute für den Einsatz in anspruchsvoller Elektrotechnik prädestinieren. Porzellan hat aber auch einen besonderen ästhetischen Reiz; die glattgebrannte Oberfläche liegt angenehm in der Hand und bleibt nahezu ewig ansehnlich, ohne zu vergilben oder an Glanz zu verlieren.

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Porzellan inneneinsatz
Abdeckung

Technische Eigenschaften und anwendungsspezifische Vorteile: 

 

  • Keramische Materialien haben ein hohes Isoliervermögen. Die Entwicklung von Porzellan als technischer Werkstoff machte die Nutzung von elektrischem Strom für Technik und Haushalt im 19. Jahrhundert überhaupt erst möglich. 
  • Porzellan ist beständig gegen Korrosion und hohe Temperaturen, formbeständig, kratz- und schnittfest sowie säureresistent. Der glattglänzende Werkstoff vergilbt und verfärbt sich auch nach vielen Jahren nicht. 
  • Steatit ist alterungsbeständig, formstabil und widerständig auch gegen sehr hohe Temperaturen. Diese Merkmale machen ihn zum optimalen Werkstoff für die inneren Bauteile unserer Schalter. 
  • Glasglatt, glänzend, robust und resistent gegen Verfärbungen überdauern unsere Porzellanschalter viele Jahre und bleiben zeitlos schön. 
  • Unter der Oberfläche der Drehschalter verbirgt sich ein ausgefeiltes technisches Innenleben – die dem Auge verborgene keramische Schaltermechanik macht sich den Ohren durch das für echte Drehschalter typische Klack-Geräusch bemerkbar und teilt sich auch haptisch mit. 

Material Teil 3 Bakelit & Duroplast

»Erdenschwer« und unverformbar: Bakelit und Duroplaste. 

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Begriff Bakelit geradezu ein Synonym für Kunststoffe geworden, und seit dem Auftauchen seiner thermoplastischen Nachfahren nutzt der Volksmund den Namen zur Unterscheidung der alten, schweren Duroplaste (Melamine, Phenolharze) von dem, was er mehr oder minder abschätzig eben nur „Plastik“ nennt. Bakelit ist jedoch anders als jedermann aufgrund des allgemeinen Sprachgebrauchs vermutet, keine Gattungsbezeichnung, sondern eine Marke, und zwar eine der Bakelite AG zu Iserlohn (die seit die dortigen Rütgerwerke sie 2005 an Borden Chemical verkauft hatte, wechselnde Mutterschaften amerikanischer Chemieunternehmen genoss und heute der Momentive Specialty Chemicals gehört). Deswegen unterscheiden wir strikt: Nur wenn der Ausgangsstoff eines Produktes aus Iserlohn stammt, nennen wir ihn Bakelit.

Materialgeschichtlich steht Bakelit an einer Wegscheide: Zunächst war es, wie seine organischen Vorgänger (Zelluloid, Galalith) ein reiner Ersatzstoff für die in der beginnenden Massenproduktion knapp und teuer werdenden Rohstoffe Bernstein und Schellack. Dann aber, etwa seit den 20er Jahren, befreite sich der Stoff aus seiner frühindustriellen Lückenbüßerfunktion. Es entstand so etwas wie eine eigene Bakelitästhetik, von der die Bildbeispiele auf dieser Seite eine lebhafte Vorstellung geben. (Einige sind dem Ausstellungskatalog „Bakelit. Ein Werkstoff mit Zukunft“ des Landesmuseums Koblenz entnommen und stammen von Michael Jordan.)

Begegnet man den Produkten realiter, dann ist ihr ästhetischer Vorsprung gegenüber solchen aus moderneren Kunststoffen unübersehbar. Woher der stammt? Zunächst: Anders als bei den unter Hitzeeinwirkung schnell verformbaren Thermoplasten werden bei den Duroplasten die Moleküle der Ausgangsstoffe dauerhaft und unumkehrbar umgebaut: Wenn ein Duroplast einmal geformt ist, kann er nicht mehr verändert, sondern nur noch zerstört werden. Die Dauerhaftigkeit des stofflichen Gefüges teilt sich offenbar auch der äußeren Form und der ganzen Erscheinung des Dinges mit, das daraus geformt wurde: Gegenstände aus Duroplast wirken, wie Anna Carola Krausse es anlässlich der Kunststoffausstellung des Deutschen Werkbunds** ausdrückte, „erdenschwer“. Außerdem: Bakelite sind aufgrund der materialtypischen Stoffzuschläge meistens schwarz, immer dunkel, niemals grell bunt oder pastellig. Bakelit widersetzt sich also in Farbe und Form den Blüten- und den Fieberträumen der Designer. Zu deren Verwirklichung bedurfte es eines fügsameren Stoffes, des „willigen Plastik“ (A.C. Krausse), das ab den 50er Jahren mit den Thermoplasten zur Verfügung stand, „leichter, geschmeidiger“ war und „geschäumt, gespritzt, gegossen und vor allem in hellen Farbtönen“ hergestellt werden konnte. Plastik ist, anders als Bakelit, „der adäquate Werkstoff für grenzenlose Gestaltungsphantasien. Die Designer stießen in unbekannte Dimensionen vor, die Formen wurden immer amorpher und aufgeblähter“. Die Eigenfärbung der Bakelite ins Dunkle gilt übrigens nicht für alle Duroplaste, sonst könnten wir ja die weiße Schalterserie gar nicht anbieten.

Bakelit und seine duroplastischen Verwandten spielen immer noch eine bedeutende Rolle – eine unübersehbare und immer größer werdende im Antiquitätenhandel und in den zahllosen Auktionshäusern des Internets und eine wichtige, eher versteckte bei technisch anspruchsvollen Anwendungen in der Elektro- und Automobilindustrie, in der Raumfahrt- und Waffentechnik: kein Stoff von gestern also. Und wo immer er Ihnen in Alltagsgeräten (als Material für Gehäuse, Griffe, Schalter usw.) begegnet, da können Sie sicher sein, dass der Hersteller nicht darauf aus war, ein paar Mark zu sparen, sondern auf Qualität.

* Bakelit® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Momentive Specialty Chemicals GmbH

** Anna Carola Krausse: Vortrag zur Ausstellungseröffnung „Die Kunststoffsammlung ist niemals echt“ – Werkbund-Archiv 25

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Technische Eigenschaften und anwendungsspezifische Vorteile: 

 

  • Die hohe Festigkeit gegen mechanische Beanspruchung, ihre Temperaturbeständigkeit und Isolierfähigkeit machen Bakelit und andere Duroplaste zu idealen Werkstoffen für elektrotechnische Anwendungen. 
  • Bakelit und andere Duroplaste bleiben bei Temperaturen bis etwa 300 °C unverändert und sind deutlich härter als die heute überwiegend anzutreffenden Thermoplaste. 
  • Das Innenleben unserer Schalterserien aus Bakelit und weißem Duroplast besteht wie das Innere der Porzellanschalterserie aus Steatit und ist mithin langlebig, durchschlags- und kriechstromfest. 
  • Unter der Oberfläche der Drehschalter verbirgt sich ein ausgefeiltes technisches Innenleben – die dem Auge verborgene keramische Schaltermechanik macht sich den Ohren durch das für echte Drehschalter typische Klack-Geräusch bemerkbar und teilt sich auch haptisch mit. 

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